Thale 2014 - Im Land der Hexen und Zauberer

Vom 10.8. - 17.8.2014 fand in diesem Jahr das Transplant-Kids Camp statt. Neben vielen deutschen Kindern hatten wir auch ein niederländisches Mädchen und zwei dänische Jungs zu Gast. Das war für uns alle einen neue Erfahrung, aber auch eine Bereicherung. Mit Händen und Füßen, aber auch mit Englisch, klappte die Kommunikation wunderbar. Schon nach ein paar Tagen merkte man, wie sich die Kinder alle bemühten, sich auf Englisch zu verständigen. Die Jugendherberge Thale, Ausgangspunkt aller unserer Aktivitäten, war ein toller Ort für unser Transplant-Kids Camp. Etwas außerhalb des Ortes, direkt an der Bode gelegen, bot sie auch in fußläufiger Entfernung viele Attraktionen.

Immer wenn wir zum Transplant-Kids Camp fahren sind wir neugierig auf die neuen Gesichter - freuen uns natürlich auch auf die Kinder, die wir aus den vergangenen Jahren schon kennen. Dieses  Jahr war es noch spannender als die Jahre zuvor: Drei Kinder aus unseren Nachbarländern haben sich angesagt. Gespannt sind wir, wie das mit der Verständigung klappen wird. Eigentlich haben alle unsere kleinen Gäste Englisch in der Schule...
Um 16:00 Uhr sind alle da. Traditionell erhalten die Campteilnehmer jedes Jahr ein farbiges T-Shirt; dieses Jahr hat Katja weiß ausgewählt. Da weiß langweilig ist, wird es „gepimpt“ - es kommt viel bunte Farbe ins Spiel. Unterstützt hat uns dabei  Frau Kliebisch mit Schablonen: Hexen... Wann kann man sonst sein Gegenüber so mit Farbe „einsauen“ - das gibt es nur bei uns...
Klettern und Wandern
Am ersten Tag wollen wir unsere „Camp-Insassen“ gleich ein wenig fordern: Felsklettern und wandern... Aufgeteilt in zwei Gruppen, die einen wandern, die anderen klettern, geht es pünktlich los. Lars und Rubi, die beiden Instruktoren des Abenteuerwaldes Thale, hatten alles sehr gut vorbereitet. Auch wenn die Kletterer gut gesichert  sind, so kostet es schon etwas Überwindung die fast senkrechte Wand hochzuklettern - zumal der Einstieg in der Mitte erfolgt und der Blick nach unten nichts Gutes verheißt. Einmal oben angekommen gibt es eine kurze Pause, und dann geht es wieder runter - abseilen. Nach dieser Übung ging es am Hamburger Wappen „richtig“ klettern. Der Schwierigkeitsgrad war deutlich höher - aber das klappte auch ganz gut. Nachmittags wurden die Gruppen getauscht - aber einige waren schon „schlapp“ - Wandern ist aber auch uncool.
Einmal Mittelalter und zurück
Im Land der Hexen und Zauberer gehört der Besuch einer Burg dazu, dafür haben wir uns Burg Falkenstein ausgesucht. Schon am Burgtor wurden wir von einem standesgemäß gekleideten Burgherrn empfangen, der uns über das Mittelalter im allgemeinen und die Burg im besonderen viel zu erzählen hatte - sogar ein wenig mittelalterliches Kunsthandwerk wurde uns vermittelt. Neben einem mittelalterlichen Essen (mit musikalischer Untermalung)  konnten wir auch noch eine Greifvogel Vorführung besuchen. Viel angucken, viel Neues - auch das kann ganz schön anstrengend sein.
Seile, Rollen, Gurte: Wie komme ich über die Bode?
Am Mittwoch kommt die nächste spannende Aufgabe. Nur mit einem Haufen Seile, Gurte und Rollen soll eine Personenseilbahn über die Bode gebaut werden. Einzelne Gruppen werden gebildet, jede Gruppe bekommt Material zugewiesen und von Lars Expertenwissen vermittelt und gemeinsam soll nun eine Lösung gefunden werden. Schon nach einiger Zeit kommt Struktur in die Sache. Zuletzt werden mit viel Kraft die Seile über die Bode gespannt und nach einiger Zeit können die Ersten übersetzen. Ganz geheuer ist das nicht allen - denn man könnte ja nass werden, wenn die Konstruktion nicht hält - aber sie hält. Auch die Betreuer probieren es einmal aus. Und es hält wirklich.
Fun-ParK
In der Nähe der Jugendherberge gibt es einen Fun-Park. Auch das mussten wir natürlich mal ausprobieren. Ob Wasserrutsche, Schaukel mit Überschlag oder Trampolin springen - jeder konnte sich hier nach Herzenslust austoben oder auch nur chillen.
Workshops
Unsere Workshops haben wir zwischen die diversen anderen Unternehmungen „gepackt“. Frau Süß hat den Kindern, mit einem besonderen Augenmerk auf die Geschwisterkinder, gezeigt, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat - und wie jeder zu einer gemeinsamen Sache beitragen kann.
Ganz unterschiedlich wird die Medikamenteneinnahme bei den Kindern gehandhabt, von „ich kann das alleine“ bis ständiges Erinnern haben wir alles dabei. Diejenigen, die die Medikamente schon selbstständig nehmen, sind für die anderen in dieser Beziehung Vorbild. Schon im Laufe dieser Woche können wir Verhaltensänderungen beobachten; d.h. der eine oder andere denkt selber an seine Medikamente und interessiert sich mehr dafür. Wir haben natürlich die Hoffnung, dass dieser Prozess anhält und wir den Erfolg im Jahr danach wahrnehmen.
Wie komme ich über den See
Da unsere Gäste beim Überqueren der Bode nicht nass geworden sind,  was ja auch beabsichtigt war, hatten wir uns zum Schluss noch etwas aus dem Bereich „Wassersport“ einfallen lassen. Aus vorgegebenem Material musste jeder der zwei Gruppen ein Floß bauen, mit diesem mussten alle Teammitglieder auf die andere Seite des Weihers gebracht werden. Jedes Team hatte aber nur vier Schwimmwesten, es musste also schon etwas überlegt werden. Dazu galt es noch schneller zu sein als die anderen. Aber auch diese Aufgabe wurde mit Bravour erledigt und der Vorsprung des Teams „B“ war kaum der Rede wert. Und nass geworden ist auch keiner, jedenfalls nicht von den Kindern. Vier nicht magersüchtige Betreuer auf so einem Floß zeigen dann die Grenzen dieser Konstruktion auf -  nasse Hosen inklusive.
Basteln, Spiele
Nach dem Abendessen bieten wir gemeinsame Bastelaktionen oder Gesellschaftsspiele an. Am beliebtesten ist mit Abstand Wehrwolf. Aber auch die gemeinsamen Bastelaktionen werden gerne wahrgenommen, auch wenn es anfangs immer „uncool“ ist. Aber früher oder später machen die meisten mit. Krokodile, Spinnen und anderes Getier entstanden so an den Abenden - wem das zu gruselig war konnte es mit Armbändern und Ketten aus Perlen versuchen.
Sonnenschutzschulung
Gerade transplantierte Kinder müssen ihre Haut vor Sonne schützen. Warum das so wichtig ist und wie wichtig ein aktiver und passiver Sonnenschutz sind, haben die Kinder in der Sonnenschutzschulung gelernt. Abgerundet wurde diese Schulung durch die Untersuchung einer Hautärztin.
Mit Thomas hatten wir in diesem Jahr einen neuen Betreuer. Vor 25 Jahren hat er im Alter von 4 Monaten eine Splitleber bekommen. Er hat Fotografie studiert und seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Für | sorge - Über Eltern lebertransplantierter Kinder“ angefertigt. Einen Teil der dabei entstandenen Fotografien finden Sie in diesem Heft.
Mit den Kindern hat er aus den über 1600 Fotos die schönsten herausgesucht. Diese werden sich dann in einem Fotobuch für die Kinder wiederfinden.
Es war eine Woche mit viel Spaß und ein bisschen Aufregung. Die Teilnahme von Kindern aus den Niederlanden und Dänemark empfanden wir als Bereicherung. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr. Da möchten wir an 2013 anschließen und wieder aufs Wasser.