Pilotprojekt in Essen

Am 9.2.2013 war es soweit: Der erste Einsatz für Transplant-Kids mobil. In Zusammenarbeit mit dem Team der Kindergastroentereologie des UK Essen haben wir einen schönen Tag in Essen verlebt. Workshop, Bewegung u. Sport und etwas Kreativität standen auf dem Programm. Frau Dr. Lainka vom Team der Kindergastroentereologie, hat uns den ganzen Tag begleitet. Diese Veranstaltung hat Lust auf mehr gemacht.

Kinderklinik Essen

Pilotprojekt in Essen

Katja Konwer

Schon etwas längerhatten wir die Überlegung unsere Angebote und Transplant-Kids e.V. etwas bekannter zu machen. So ist neben unserem Transplant-Kids Camp die Idee zu Transplant-Kids mobil entstanden. Das LTX-Team der Kindergastroenterologie Essen und der BKK BV (Essen) haben uns bei diesem Pilotprojekt toll unterstützt. Am 9.2.2013 war es dann soweit. Wir sind nach Essen gefahren und waren gespannt was uns da erwartet.

Bedingt durch die Grippewelle konnten leider nicht alle Kinder  kommen, aber die Anderen waren pünktlich da. Frau Dr. Lainka Ärztin in der gastroenterologischen Ambulanz der Kinderklinik Essen, war ebenfalls mit an Bord. Ihre Kollegin war ebenfalls der Grippewelle zum Opfer gefallen.
Treffpunkt war die neu erbaute Kletterhalle im Gewerbegebiet Graf von Beust. Kurz nach 09:00 ging es los. Da hatten wir die Kletterhalle zunächst eine Stunde für uns - vielen Dank dafür an die Firma Neoliet. Nach einer kurzen Begrüßung und einem kurzen Gespräch mit den Eltern haben wir die Kids von uns erst einmal ein T-Shirt bekommen und dann wurde es „ernst“.

Workshop

Wir haben uns mit den Kindern unterhalten was gut (Medikamente, gesunde Ernährung) und was weniger gut (keine Medikamente, keine Arztbesuche) für das transplantierte Organ ist. Was sind Signale des Körpers (Fieber, Schmerz, Unwohlsein) und wie reagiert man darauf (zusätzliche Arztbesuche).  Teilweise waren wir erstaunt wie viel die Kinder wussten und wie sie an das Thema herangingen. Jedenfalls haben auch wir Betreuer viel mitgenommen. Diesen Teil  der Veranstaltung können wir noch etwas anspruchsvoller und ausgiebiger gestalten.  
Danach ging es dann erst einmal zum Aufwärmen in einen Bereich der Kletterhalle, indem ohne Sicherung geklettert werden durfte; “bouldern” nennt man das. Das war sozusagen das Aufwärmtraining.... Stürze werden hier nicht über Sicherungsleinen, sondern durch weiche Matten aufgefangen. Man kann auch nicht mehr als 3m herunterfallen.

Klettern

Um 10:30 Uhr begann dann das Klettern an den bis zu 12m hohen Wänden unter Anleitung. Das geht natürlich nicht ohne Sicherung. Zu diesem Zweck gab es dann von Christian, unserem „Instruktor“, zunächst einmal eine umfassende Einweisung; und die wichtigsten Regeln beim Klettern:

1. Der Verantwortliche muss immer die Sicherung überprüfen
2. Nie ungesichert klettern
3. Der Sichernde hat immer mindestens eine Hand am Sicherungsseil

Alle Kinder (und auch die Betreuer) bekamen sogenannte „Hosengurte“ um. Irgendworan muss man ja das  Sicherungsseil befestigen. Und dann ging es los. Anfangs bei einigen etwas zögerlich, dann aber immer besser. Zunächst hatten wir eine 12m hohe Wand zu bewältigen. Oben war eine Glocke angebracht, wer ganz nach oben kam, konnte das mit lautem Glockengeläut „verkünden“. Aber das war schon anstrengend - weil auch eine im Alltag völlig ungewöhnliche Bewegungsform. Reihum kamen alle Kinder dran, zwischen den einzelnen Kletterdurchgängen gab es immer wieder Erfrischungspausen.

Neben den Kletterwänden gab es noch etwas Besonderes in der Kletterhalle von Neoliet: Ein 3D-Labyrinth. Ein Labyrinth kennen wir alle; in den letzten Jahren in vielen Maisfeldern realisiert. Hier war es eine Konstruktion aus Holz, die neben horizontalen Wegen auch vertikale zu bieten hatte. Zudem sollte die Route im Dunkeln absolviert werden. Um im Notfall an eine der gut ausgeschilderten „Rettungstüren“ zu gelangen, hatte jedes Kind eine Stirnlampe bekommen. Die Lampe durften die Kinder bei Bedarf einschalten. Der Eingang in dieses Labyrinth ähnelte etwas dem Müllabwurfschacht aus schlechten amerikanischen Filmen....
Auf los ging‘s los - und innerhalb kürzester Zeit waren unsere kleinen Abenteurer alle im „Müllschlucker“ verschwunden. Die Erwachsenen mussten draußen bleiben - es war darin einfach zu eng. Wäre ja auch ziemlich blöde gewesen, wenn ein Betreuer die Strecke versperrt hätte.  


Klettern macht hungrig

Nach zwei Durchgängen im Labyrinth musste dann etwas zu Essen her.  Zwei Bleche Pizza hatten wir beim „Pizza-Blitz“ bestellt - lecker. Nach so einer Anstrengung kann man auch mal ein Stück mehr essen. Einige dachten nach dem Mittagessen sei „chillen“ angesagt - Denkste. Christian hatte nun einen neue Wand ausgesucht: 14m. Und trotz gewisser Erschöpfungsanzeichen hatten am Ende der Kletterzeit alle die 14m hohe Wand „bezwungen“ und dies durch Glockengeläut signalisiert. Nicht nur die Kinder, auch die Betreuer waren stolz auf diese Leistung. Danke für die tolle Betreuung im Kletterzentrum Neoliet.

 

Kreativ

Dann ging es zum Hundertwasserhaus. Dort durften wir den kreativen Teil des Tages verbringen. Wir hatten eine Giraffe aus Pappmaché vorbereitet, die nun noch in den wildesten Farben und Mustern beklebt werden musste. Kollege Hundertwasser, ebenfalls aus Pappmaché gefertigt, ließ sein waches Auge über unsere Aktivitäten schweifen.  Tendenziell waren unsere Kinder vom Vormittagsprogramm etwas geschafft, sodass wir froh waren, durch andere Kinder im Hundertwasserhaus Verstärkung zu erhalten. Mit vereinten Kräften wurde dann geleimt und geklebt.  Nach und nach nahm die Giraffe Gestalt an und am Ende des Tages hatte Friedensreich Hundertwasser einen netten Pappmaché  Kollegen neben sich stehen. Wir hoffen, dass die Leitung und die Gäste des Hundertwasser-Hauses Spaß an der Giraffe haben werden.

Fazit

Das war das erste Mal dass wir dies in der Form durchgeführt haben - aber hoffentlich nicht das letzte Mal. Wir haben Einiges dazugelernt, wissen was wir verändern müssen und auch verbessern müssen. Wir haben so auch die Eltern der Kinder kennengelernt, was ja auch Intention dieser Aktionen ist. Gefreut hat uns, dass sich spontan 3 Kinder für das im Sommer stattfindende Transplant-Kids Camp angemeldet haben und unsere Crew auf der „La Boheme“ verstärken werden.
Gerne bieten wir einen solchen Tag, vorbehaltlich unserer Finanzierungsmöglichkeiten, auch in ihrem Transplantationszentrum an. Bei rechtzeitiger Planung kann man möglicherweise einen Teil der Finanzierung über lokale Sponsoren und/oder die Krankenkassen realisieren.